Walking in pure magic – Essaouira

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Die letzten beiden Tage meines Marokko-Abenteuers verbringe ich in Essaouira.

Da war dieses Kind im Bus, dass an der Mutter lag. Es ist kurz aufgewacht, hat gesehen, dass die Mutter schläft, und ist auch gleich wieder eingeschlafen …
Dann war da diese Möve, die an der Steinmauer saß, als ich vorbei ging und die einfach wegflog, ohne von mit gestört zu sein, über das morgendliche Meer in etwas komplett Neues.
Und dann war da diese hochaufgeschossene Prinzessin, die an mir vorbeiging, als ich das typische marokkanische Frühstück genascht hatte, süsses, dickes Fladenbrot mit reichlich Olivenöl darauf und Minztee. Sie trug etwas abgetragene, doch sehr gemütlich aussehende Pantoffel unter der traditionellen Bekleidung.

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Es ist seltsam, irgendwie habe ich genau gespürt, wie es war, als sie heute Morgen in die Pantoffel geschlüpft ist und wie es war, als die Möve losflog und die absolute Geborgenheit des Kindes im Bus …

Ich glaube nicht, dass das Interpretationen waren, es war eher, als wäre ich das alles Selbst gewesen.
Ist es so, dass wir alles sind?

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Der schneidige schwarze Rastafari Mann mit Sonnebrille in blütenweißer Dschellaba, der im endlosen Morgen steht?
Diese leichte kühle Meeresbrise, die sich in die Sonnenstrahlen mischt?
Das hämmern und werken im Hafen?
Der fröhliche Taxifahrer mit den unzähligen Ticks, dessen Körper nicht für eine Sekunde still sein kann?

Die Schmerzen in meinem Knöchel?
Die Tränen des angekommen Seins?

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I spend the last two days of my Morocco adventure in Essaouira.

There was this kid on the bus that was laying in his mothers arms. It woke up for a moment, saw that the mother is asleep, and fell asleep right back …
Then there was this gull sitting on the stone wall as I passed by and just flew away without being disturbed by me over the morning ocean into something completely new.
And then there was this lofty princess who passed me by when I ate the typical Moroccan breakfast, sweet, thick flatbread with plenty of olive oil on it and mint tea. She was wearing some worn, but very comfortable-looking slippers under the traditional outfit.

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It’s strange, somehow I felt exactly how it was when she slipped into the slipper this morning and how it was when the gull flew off and the child’s absolute safety on the bus …

I do not think these were interpretations, it was more like I was it all myself.
Is it that we are everything?
The dashing black Rastafari man with sun glasses in white Jellaba standing in the endless morning?
This light, cool sea breeze that blends into the sun’s rays?
Hammering and building in the harbor?
The cheerful taxi driver with countless ticks whose body can not be quiet for a second?

The pain in my ankle?
The tears of the being arrived?

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Sternstunden / Magic moments

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Viel Zeit steht man ja als KünstlerIn einfach so im Atelier herum. Da geht es um nicht viel. Man hat vielleicht zeitintensive Arbeiten zu tun, etwas wird poliert, Fugen werden gesetzt, eine große Fläche wird mit kleinen Punkten gefüllt oder was auch immer. Das ist nichts “Heiliges”, das ist nicht besser als andere Tätigkeiten …

Manchmal jedoch bist du bis zum Rand mit “deiner” Energie erfüllt, das, was dich ausmacht. Das ist nichts Kompliziertes, eher was sehr Einfaches, aber stark und lebendig und du gießt das ganze Ding auf ein Stück Papier oder du läßt es in eine Skulptur fliessen und du weißt: Es ist doch heilig und doch viel besser als alle anderen Tätigkeiten.

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Das sind die eigentlichen Sternstunden im Leben eine(r) KünstlerIn, da braucht es noch gar niemand, dem das gefällt oder nicht gefällt. Nur der Tanz mit dem Medium und dir selbst. Manchmal jedoch gibt es auch diese Sternstunden, wo du damit gesehen wirst,  bestenfalls erkannt wirst. Und du weißt,  es ist nicht deine Kunst, das, was dich im Innersten ausmacht, gehört dir nicht. ES hat sich durch dich gezeigt. Es ist durch dich zur Welt gekommen.

Was soll ich sagen, mir ist hier in ANIMA- LE Retour du Paradis- ein ganzer Sternmonat geschenkt geworden …

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Die Skulptur wurde heute im Garten aufgestellt,  von all den feinen Berbern, die hier arbeiten. Sie hatten das wie immer schlau, tatkräftig und doch auch sanft und humorvoll hingekriegt!

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As an artist you spend a lot of your time in the studio. It’s not a big deal. You may have time-consuming work to do, something gets polished, joints are set, a large area is filled with small dots or whatever. That’s nothing “sacred”, that’s no better than other activities …

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But sometimes you are filled to the brim with “your” energy, that which IS you at the deepest level is. It’s not complicated, it’s rather simple, but strong and alive, and you pour the whole thing on a piece of paper or you let it flow into a sculpture and you know it’s sacred and yet much better than any other activity.

These are the real great moments in the life of an artist, there is no need for anyone who likes it or does not like it. Only the dance with the medium and yourself. Sometimes, however, there are also those great moments when you are seen with it, at best recognized. And you know, it’s not your art, that which is your  innermost being is not yours. IT has shown itself through you. It was born through you.

What can I say, I have been given a whole magic month here in ANIMA – Retour du Paradis …

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The sculpture was set up in the garden today, by all the fine Berbers who work here. As always, they did it in a clever, energetic and yet gentle and humorous way!

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Schwarzkümmelimprovisationen / Black Cumin improvisations

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Na toll, jetzt habe ich mich doch glatt aus dem Badezimmer ausgesperrt. Ich habe das erste Mal die Badezimmertür geschlossen und sie geht nicht mehr auf, auch nicht wenn man sich gegen die Tür wirft. Es ist später Abend und meine Zahnputzsachen sind im Badezimmer und ich hatte gerade Kaffee mit Zucker getrunken …

Das genügt meiner leicht zwänglerischen Natur, den Wahnsinn in greifbare Nähe zu rücken. Ich spüre bereits, wie der Zucker meine Zähne in null Komma nichts auffrisst.

Um die aufziehende Panikattacke abzuwehren, hilft nur Improvisation: Der Apotheker aus der Medina hatte mir Schwarzkümmelsamen präsentiert. Er hat sie mit all seiner Kunst als Allheilmittel angepriesen – es kann alles – und ich hab gleich einen halben Kilo davon gekauft. Ich gehe also damit in den Garten – ins Badezimmer kann ich ja nicht – muss auf die wilden Hunde aufpassen, tagsüber träumen sie ja meistens vor meinem Häuschen, aber nachts sind sie irgendwie anders.

Ich verreibe die Schwarzkümmelsamen mit den Fingern auf meinen Zähnen und ja doch, es hilft! Das ist recht scharfes Zeug, antiseptisch und so …

An und für sich war es ein guter Arbeitstag heute, die Arbeit an der Skulptur nähert sich dem Ende, heute hatte ich den ganzen Tag verfugt, morgen wird da und dort etwas mit Farbe verbunden und übermorgen werden wir sie im Garten aufstellen …

Langsam bereitet sich schon etwas in mir auf die Abreise vor, ich wurde hier königlich verpflegt, geniales vegetarisches Essen, lauter gute Geister um mich, wenn ich ein Problem hatte, war sofort jemand da. Ich hatte die Gelegenheit, in dieses fantastische Land als Künstler einzutauchen, was für ein Geschenk!

Einige Dinge werde ich sehr vermissen: gebügelte Unterhosen, dieses Bonjour Monsieur!, dass einem immer wieder entgegentönt, den wilden Kontinent mit seinen starken Farben und natürlich ANIMA – Le Retour du Paradis

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Oh well, now I’ve locked myself out of the bathroom. I closed the bathroom door for the first time and it does not open, even if you throw yourself against the door. It’s late evening and my toothbrush stuff is in the bathroom and I just had coffee with sugar …

This is enough for my slightly eccentric nature to bring the madness within reach. I already feel the sugar eating up my teeth in no time.

To prevent the onset of panic attack, only improvisation helps: The pharmacist from the Medina in Marrakesch had presented me Black Cumin seeds. He praised it with all his art as a panacea – it can do it all – and I bought half a kilo of it right away. So I go to the garden – because I can not go to the bathroom – have to take care of the wild dogs, during the day they usually dream in front of my house, but at night they are somehow different.
I rub the Black Cumin seeds with my fingers on my teeth and yes, it helps! That’s pretty sharp stuff, antiseptic and so on …

In itself, it was a good day, the work on the sculpture is nearing its end, today I had the whole day grouting, tomorrow there will be something to do here and there with color and the day after tomorrow we will set it up in the garden …

Slowly something is preparing for departure inside me, I was here royally fed, with ingenious vegetarian food, lots of good spirits around me, if I had a problem, someone was there immediately. I had the opportunity to immerse myself in this fantastic country as an artist, what a gift!
Some things I will miss very much: ironed underpants, this nice sound of “Bonjour Monsieur!” that one hears often here, the wild continent with its strong colors and of course ANIMA – Le Retour du Paradis

 

 

Artists in Paradise

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Fallen wir aus dem Paradies, landen wir in Knechtschaft. Wir bemerken es nicht. Das geschieht unbewusst. Wir machen halt irgendwie weiter. Zum Glück stellen sich bald deutliche Gefühle ein, wie Überanstrengung, Angst, Schuld, Wut, je nach Neigungsgruppe und die sind dann das Ticket für den Magic Bus zurück ins Paradies …

Den Preis für das Ticket bezahlen wir mit Erlaubnis. Erlauben wir diese Gefühle – so total wie möglich – fährt der Bus schon los …

Leider gibt es da einen Haken: Wenn wir diese Gefühle spüren, nehmen wir – wieder unbewusst – an, etwas stimmt nicht mit uns, wir sind nicht o.k. oder etwas läuft bei den anderen falsch oder bei Gott und der Welt …

Dann wollen wir uns selbst ändern oder die anderen oder die Welt. Das gelingt nur mäßig und wir beginnen das Glück zu suchen, bemerken jedoch oft lange nicht, dass es in den Ablenkungen und unseren kleinen Süchten nicht dauerhaft zu finden ist. Wir bauen uns Schlösser, Fabriken und Tempel, in denen wir versuchen, etwas Glück aus etwas fast Vertrocknetem zu quetschen …

Die Räder der unbewussten Annahmen drehen sich weiter, die Welt und jede(r) Einzelne trägt schwer an dieser Knechtschaft …

Wir gehen herum, die Smartphones wie einen Kompass in der Hand haltend und übersehen das Paradies, das die ganze Zeit mitten unter uns ist. Es war einfach nur ein Missverständnis. Wir dachten, es gäbe etwas, dass nicht Teil des Paradieses wäre. Damit haben wir die Trennung erschaffen. Richten wir unsere freundliche Aufmerksamkeit darauf, integrieren wir es. Wenn jedes Detail – innen und außen – genauso sein darf, wie es ist und wenn wir dafür gerade so viel Freundlichkeit aufbringen, wie uns möglich ist, sitzen wir schon wieder im Magic Bus …

Im Paradies lässt es sich auch gut gestalten, falls wir meinen, dass dieses oder jenes ein Upgrad vertragen könnte, schließlich sind wir ja KünstlerInnen …

Falling out of paradise, we end up in bondage. We do not notice it. It happens unconsciously. We’re just continuing somehow. Fortunately, there are soon clear feelings, such as over-exertion, fear, guilt, anger, depending on which tilt group we are in and they are the ticket for the Magic Bus back to paradise …

The price of the ticket we pay with permission. If we allow these feelings – as totally as possible – the bus starts already …

Unfortunately, there is a catch: If we feel these feelings, we assume – again unconsciously – something is wrong with us, we are not o.k. or something is wrong with the others or with God or the world …

Then we want to change ourselves or the others or the world. This only works moderately and we start to look for happiness, but often we do not realize for a long time that it can not be found permanently in the distractions and our little addictions. We build castles, factories and temples where we try to squeeze some luck out of something almost dried up …

The wheels of the unconscious assumptions continue to revolve, the world and each one of us carries heavy on this bondage …

We walk around, holding smartphones like a compass in our hands, overlooking the paradise that’s always in our midst. It was just a misunderstanding. We thought there was something that was not part of paradise. That’s how we created the separation. If we turn our friendly attention to whatever is here, we integrate it. If every detail – inside and outside – can be just as it is and if we just have as much friendliness as we can for it, we are back in the Magic Bus …

In paradise, we are able to create, if we think that this or that could need an upgrade, after all, we are artists in paradise…

Haus der Freude / House of joy

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Eines der einprägenden kunsttheoretischen Büchern, die ich in meiner Jugend gelesen habe, war Wasilij Kandinskis „Über das Geistige in der Kunst“. Darin meinte er unter anderem „Kunst entsteht aus innerer Notwendigkeit.“ Das stimmt schon, ist mir jedoch heute fast etwas zu ernst. Ich würde sagen, Kunst entsteht aus innerer Freude.

Inspiration und Freude sind nahe Verwandte. Selbst wenn ich etwas aus der Erfahrung von Schmerz oder der Trauer heraus male, kommt diese Erfahrung durch den künstlerischen Prozess mit der Freude in Berührung. Das ist zuerst noch nicht offensichtlich: Man stellt sich mit der jeweiligen Erfahrung in den Raum und beginnt zu tanzen und nach und nach geschieht Transformation. Davon lebt ja auch die Kunsttherapie. Es ist, als würde man dem/der Leidenden kleine Löffelchen von Freude verabreichen …

Wenn ich heute kunsttheoretische Bücher lese, wie etwas „Age of Creation“ von Donation Grau oder Byung-Chul Hans „Die Errettung des Schönen“, ist das zwar sehr interessant, dennoch ist es, als würde jemand von außen auf das Ganze blicken …

Aber die Kunst liegt im Tun, wenn ich nur darüber nachdenke, wie ich tanzen könnte, passiert noch nichts, die Freude wirkt erst durch das Tun. Tatsache ist, jedes Mal wenn ich durch das Tun zur Quelle der Kunst gehe, ist da Freude, und wenn ich nach einem Ende der Freude Ausschau halte, ist da keine Grenze in Sicht. Es geht weiter und weiter …

Hört man auf den psychologischen Verstand mit seinem / ihrem konditionierten Ich-Verständnis gibt es 1000 Gründe, warum man nicht in der Freude leben kann: Selbstwert, zu müde, was Wichtigeres zu tun …

Doch das Haus der Freude hält seine Türen dauerhaft, für jeden von uns, offen …

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One of the most memorable art theory books I read in my youth was Wasilij Kandinski’s “On the Spiritual in Art”. In it he said, among other things, “art is born of inner necessity.” That’s right, but today it sounds almost too serious. I would say that art comes from inner joy.

Inspiration and joy are close relatives. Even when I paint something out of the experience of pain or sadness, this experience comes into contact with joy through the artistic process. This is not obvious at first: you stand in the room with the respective experience and begin to dance and gradually transformation takes place. Also art therapy works that way.
It’s like giving the sufferer little spoonfuls of joy …

When I read art theory books today, such as “Age of Creation” by Donation Grau or Byung-Chul Hans, “The salvation of beauty,” it is very interesting, yet it is as if someone looks at the whole thing from outside … 

But the art is in the doing, if I only think about how I could dance, nothing happens, the joy works only through the action.
The fact is, every time I go to the source of art through doing, there is joy, and when I look for an end to the joy, there is no limit in sight. It goes on and on …

Listening to the psychological mind with its conditioned self-understanding, there are 1000 reasons why one can not live in joy: self esteem, too tired, something more important to do …
But the House of Joy keeps its doors open permanently, for each of us …

 

Jardin Majorelle

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Heute ist Regentag, ich fahre nach Marrakesch, kaufe etwas Material beim Baumarkt, Süßigkeiten in der Patissierie und fahre dann in das Yves Saint Laurent Museum mit dem angrenzenden Jardin Majorelle. Schon im Museum war klar, hier ging es um was Echtes. Interessant, wenn etwas Echtes passiert, irgendwo auf der Welt, dann zehren noch Jahrzehnte nachher die Menschen davon …

Da wundert es mich, dass die Politik nicht viel mehr in zeitgenössische Kultur investiert. Immer wenn das passiert ist, z. B. als die Medici in die Renaissancekünstler investiert haben, ist etwas Wesentliches geschehen und das hat dann auch ein Riesengeschäft nach sich gezogen. Das sieht man ja angesichts der Touristenscharen, die vor den Uffizien anstehen, was da jahrhundertelang daran verdient wird. Ich meine, wenn es um Freude, Schönheit, Menschsein oder Lebensqualität geht, dann verstehe ich, dass die Politik nicht interessiert ist, aber hier geht’s doch auch um Geld und Ansehen!?! Hallo liebe Politiker! Geeelldd! …

Auch hier, Touristenschlangen beim Eingang, obwohl es regnet, man wird immer noch inspiriert von dem, was hier geschehen ist. Yves Saint Laurent hat hier mächtig gerockt, hat sich voll in den Spirit von Marrakesch eingeklinkt, hat nicht nur konsumiert, sondern sich auch davon durchdringen lassen, hat die Farben hier aufgesogen und dann voll inspiriert losgelegt mit seinen Kollektionen …

Marrakesch hat mit Poesie zu tun, mit Kunst, mit Schönheit, die tiefe Wurzeln hat. Etwas Unbenennbares lebt hier, Stil, der berührt. Wenn man dessen mutige Wirkung in sich eindringen lässt, wird man Teil davon. Als hätte man von derselben Quelle getrunken, als wäre man groß geworden mit den Linien der weißen Vögel und der blauen Vasen, als würde das plätschern der Brunnen und die Wärme der marokkanischen Sonne alles sein, was man wirklich braucht …

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Today is rainy day, I drive to Marrakesch, buy some material at the hardware store, sweets in the pastry shop and then drive to the Yves Saint Laurent Museum with the adjacent Jardin Majorelle. Already in the museum it was clear, this was about something real. Interestingly, when something real happens somewhere in the world, decades later, people will continue to be nourished by it …

I’m surprised that politics does not invest much more in contemporary culture. Whenever that happens, for example, when the Medici invested in the Renaissance artists, something substantial has happened, and that has also resulted in a huge deal. You can see that in view of the crowds of tourists who are waiting in front of the Uffizi, someone is making a fortune here for centuries. I mean, when it comes to happiness, beauty, being human or quality of life, then I understand that politics is not interested, but this is also about money and reputation!?! Hello politicians! Mooooneeeyy! …

Here again, tourist waiting lines at the entrance, although it rains, people are still inspired by what has happened here. Yves Saint Laurent has rocked here powerfully, has fully engaged in the spirit of Marrakesch, has not only consumed it, but also let himself be penetrated by it, has absorbed the colors and then started fully inspired with his collections …

Marrakesch has to do with poetry, with art, with beauty that has deep roots. Something unnameable lives here, style that touches. If you allow its courageous effect penetrate you, you become part of it. As if you had drunk from the same source, as if you had grown up with the lines of the white birds and the blue vases, as if the splashing of the fountains and the warmth of the Moroccan sun would be all that you really need …

 

 

Die Zweite Skulptur / The second sculpture

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Es ist, als würden hier in ANIMA- Le Retour du Paradis – zwei Skulpturen gleichzeitig entstehen, eine Materielle und eine Geistige. Woo, da ist wieder dieses alchemistische Thema Materie und Geist, was ist unsere wahre Natur?!

Die Vision kam aus dem Geistigen, sie war plötzlich da, wenn ich sie mir ausgedacht hätte, dann wäre sie aus Materie. Sie war klar und einfach, so soll das aussehen, so fühlt sich das stimmig an für den Garten.

Das Material folgt dem Geistigen. Aufgrund der Spezialkonstruktion, die so noch nicht gemacht wurde – jedenfalls meines Wissens nicht – und wegen der Ungewissheiten das Projekt in einem mir unbekannten Kontinent zu verwirklichen, beginnt ein Tanz voller Überraschungen …

Wer würde z. B. ahnen, dass Keramik bricht, wenn man ein wenig Beton reingießt? Tage nachher?! Oder, dass Montageschaum innen nicht aushärtet, wenn er nicht wo abfließen kann?

Hier hilft mir zum einen, dass ich aus einer Maurerfamilie komme, Materialverständnis also irgendwie in den Genen habe, zum Anderen, dass ich ein großer Pfuscher vor dem Herrn bin. Ich musste immer alles ohne viel Budget hinkriegen …

Die Auseinandersetzung mit Materie braucht meinen Verstand, das ist das geeignete Werkzeug dafür, weil er ja auch selbst Teil der Materie ist. Die Materialien müssen so verwendet werden, dass die Vision einfach (Zeitrahmen, Ästhetik) und dauerhaft (Witterung, Langlebigkeit) zur Welt kommt. Sie soll als neue Form in die bestehenden Formen und Verhältnisse des Paradiesgartens angenommen werden. Ich kann sie nicht direkt vor Ort bauen, also muss sie transportiert werden, deshalb darf sie nicht zu schwer sein, muss jedoch ausreichend stabil sein. Sie braucht ein Metallskelett, einen festen Kern und ein belastbares Fundament. Damit die nötige „Lebendigkeit“ möglich ist, darf sie nur in den Ausläufern fragil sein …

Die zweite Skulptur passiert in der geistigen Welt, hier hilft mir der Verstand nicht mehr, hier führt die Stille Regie. Rumi sagt: Stille ist die Sprache Gottes, alles andere ist eine schlechte Übersetzung.

Die geistige Skulptur entsteht in der Stille, hier wird auch gewerkt, aber anders: Dinge, Meinungen, Gedanken, werden weggenommen, immer mehr, bis der letzte Faden zur Welt der Formen durchtrennt wird. Das der Materie Innenwohnende und darüber Hinausgehende, der grenzenlose, vibrierende Raum zeigt sich ganz …

Die Sprache der geistigen Welt ist die Inspiration. In spirit sagt schon der Name, ihr kann ich blind folgen, kann ganz reingehen, da braucht es nichts, auf das ich noch warten müsste, nichts, das nicht schon hier wäre. Ihr lebendiges Brausen liefert auch gleichzeitig die Energie und Freude zur Tat …

So treiben Materie und Geist ihr verwobenes Spiel …

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It is as if two sculptures were created simultaneously in ANIMA- Le Retour du Paradis – a material and a spiritual one. Woo, there’s this alchemical subject again: matter and mind, what’s our true nature ?!

The vision came from the spiritual, she was suddenly there, if I would have made it up, it would have been matter. 
The vision of the sculpture was clear and simple, that’s the way it should look like, so it feels right for the garden.

The material follows the spiritual. Due to the special construction that has not yet been made before – at least not to my knowledge – and because of the uncertainties of realizing the project in a continent unknown to me, a dance full of surprises begins …

Who would for example, suspect that ceramic will break if you pour in a little bit of concrete? Days after ?! Or that mounting foam does not harden inside, if it can not drain somewhere?
 
On one hand i am supported because I come from a bricklayer family, material understanding so somehow is in my genes, on the other hand, it helps me that I’m a big bumbler before the Lord. I always had to manage everything without a lot of budget …

Dealing with matter my mind is a suitable tool, because it is itself part of the matter. The materials must be used in such a way that the vision is born simply (time frame, aesthetics) and permanently (weather, longevity). It should be accepted as a new form in the existing forms and relationships of the Garden of Paradise. I can not build it on site, so it has to be transported, that is why it should not be too heavy, at the same time it must be sufficiently stable. It needs a metal skeleton, a solid core and a strong foundation. For its necessary “liveliness” it must be fragile only in the right places …
 
The second sculpture happens in the spiritual world, here the mind no longer helps me, here the silence leads. Rumi says: silence is the language of God, everything else is a bad translation …

The spiritual sculpture arises in silence, here is also work is done, but different: things, opinions, thoughts, are taken away, more and more, until the last thread to the world of forms is severed. The spiritual that dwells inside the material and beyond, the limitless, vibrating space is appearing fully …

The language of the spiritual world is the inspiration. In spirit the name already says it, you can blindly follow it, you can go into it completely, it does not need anything to wait for, nothing that would not already be here . Its lively shower also provides the energy and joy to action in abundance …

And matter and spirit play their interwoven game …