Haus der Freude / House of joy

P1030237

Eines der einprägenden kunsttheoretischen Büchern, die ich in meiner Jugend gelesen habe, war Wasilij Kandinskis „Über das Geistige in der Kunst“. Darin meinte er unter anderem „Kunst entsteht aus innerer Notwendigkeit.“ Das stimmt schon, ist mir jedoch heute fast etwas zu ernst. Ich würde sagen, Kunst entsteht aus innerer Freude.

Inspiration und Freude sind nahe Verwandte. Selbst wenn ich etwas aus der Erfahrung von Schmerz oder der Trauer heraus male, kommt diese Erfahrung durch den künstlerischen Prozess mit der Freude in Berührung. Das ist zuerst noch nicht offensichtlich: Man stellt sich mit der jeweiligen Erfahrung in den Raum und beginnt zu tanzen und nach und nach geschieht Transformation. Davon lebt ja auch die Kunsttherapie. Es ist, als würde man dem/der Leidenden kleine Löffelchen von Freude verabreichen …

Wenn ich heute kunsttheoretische Bücher lese, wie etwas „Age of Creation“ von Donation Grau oder Byung-Chul Hans „Die Errettung des Schönen“, ist das zwar sehr interessant, dennoch ist es, als würde jemand von außen auf das Ganze blicken …

Aber die Kunst liegt im Tun, wenn ich nur darüber nachdenke, wie ich tanzen könnte, passiert noch nichts, die Freude wirkt erst durch das Tun. Tatsache ist, jedes Mal wenn ich durch das Tun zur Quelle der Kunst gehe, ist da Freude, und wenn ich nach einem Ende der Freude Ausschau halte, ist da keine Grenze in Sicht. Es geht weiter und weiter …

Hört man auf den psychologischen Verstand mit seinem / ihrem konditionierten Ich-Verständnis gibt es 1000 Gründe, warum man nicht in der Freude leben kann: Selbstwert, zu müde, was Wichtigeres zu tun …

Doch das Haus der Freude hält seine Türen dauerhaft, für jeden von uns, offen …

P1030238

One of the most memorable art theory books I read in my youth was Wasilij Kandinski’s “On the Spiritual in Art”. In it he said, among other things, “art is born of inner necessity.” That’s right, but today it sounds almost too serious. I would say that art comes from inner joy.

Inspiration and joy are close relatives. Even when I paint something out of the experience of pain or sadness, this experience comes into contact with joy through the artistic process. This is not obvious at first: you stand in the room with the respective experience and begin to dance and gradually transformation takes place. Also art therapy works that way.
It’s like giving the sufferer little spoonfuls of joy …

When I read art theory books today, such as “Age of Creation” by Donation Grau or Byung-Chul Hans, “The salvation of beauty,” it is very interesting, yet it is as if someone looks at the whole thing from outside … 

But the art is in the doing, if I only think about how I could dance, nothing happens, the joy works only through the action.
The fact is, every time I go to the source of art through doing, there is joy, and when I look for an end to the joy, there is no limit in sight. It goes on and on …

Listening to the psychological mind with its conditioned self-understanding, there are 1000 reasons why one can not live in joy: self esteem, too tired, something more important to do …
But the House of Joy keeps its doors open permanently, for each of us …

 

Jardin Majorelle

P1030216

Heute ist Regentag, ich fahre nach Marrakesch, kaufe etwas Material beim Baumarkt, Süßigkeiten in der Patissierie und fahre dann in das Yves Saint Laurent Museum mit dem angrenzenden Jardin Majorelle. Schon im Museum war klar, hier ging es um was Echtes. Interessant, wenn etwas Echtes passiert, irgendwo auf der Welt, dann zehren noch Jahrzehnte nachher die Menschen davon …

Da wundert es mich, dass die Politik nicht viel mehr in zeitgenössische Kultur investiert. Immer wenn das passiert ist, z. B. als die Medici in die Renaissancekünstler investiert haben, ist etwas Wesentliches geschehen und das hat dann auch ein Riesengeschäft nach sich gezogen. Das sieht man ja angesichts der Touristenscharen, die vor den Uffizien anstehen, was da jahrhundertelang daran verdient wird. Ich meine, wenn es um Freude, Schönheit, Menschsein oder Lebensqualität geht, dann verstehe ich, dass die Politik nicht interessiert ist, aber hier geht’s doch auch um Geld und Ansehen!?! Hallo liebe Politiker! Geeelldd! …

Auch hier, Touristenschlangen beim Eingang, obwohl es regnet, man wird immer noch inspiriert von dem, was hier geschehen ist. Yves Saint Laurent hat hier mächtig gerockt, hat sich voll in den Spirit von Marrakesch eingeklinkt, hat nicht nur konsumiert, sondern sich auch davon durchdringen lassen, hat die Farben hier aufgesogen und dann voll inspiriert losgelegt mit seinen Kollektionen …

Marrakesch hat mit Poesie zu tun, mit Kunst, mit Schönheit, die tiefe Wurzeln hat. Etwas Unbenennbares lebt hier, Stil, der berührt. Wenn man dessen mutige Wirkung in sich eindringen lässt, wird man Teil davon. Als hätte man von derselben Quelle getrunken, als wäre man groß geworden mit den Linien der weißen Vögel und der blauen Vasen, als würde das plätschern der Brunnen und die Wärme der marokkanischen Sonne alles sein, was man wirklich braucht …

P1030208

Today is rainy day, I drive to Marrakesch, buy some material at the hardware store, sweets in the pastry shop and then drive to the Yves Saint Laurent Museum with the adjacent Jardin Majorelle. Already in the museum it was clear, this was about something real. Interestingly, when something real happens somewhere in the world, decades later, people will continue to be nourished by it …

I’m surprised that politics does not invest much more in contemporary culture. Whenever that happens, for example, when the Medici invested in the Renaissance artists, something substantial has happened, and that has also resulted in a huge deal. You can see that in view of the crowds of tourists who are waiting in front of the Uffizi, someone is making a fortune here for centuries. I mean, when it comes to happiness, beauty, being human or quality of life, then I understand that politics is not interested, but this is also about money and reputation!?! Hello politicians! Mooooneeeyy! …

Here again, tourist waiting lines at the entrance, although it rains, people are still inspired by what has happened here. Yves Saint Laurent has rocked here powerfully, has fully engaged in the spirit of Marrakesch, has not only consumed it, but also let himself be penetrated by it, has absorbed the colors and then started fully inspired with his collections …

Marrakesch has to do with poetry, with art, with beauty that has deep roots. Something unnameable lives here, style that touches. If you allow its courageous effect penetrate you, you become part of it. As if you had drunk from the same source, as if you had grown up with the lines of the white birds and the blue vases, as if the splashing of the fountains and the warmth of the Moroccan sun would be all that you really need …

 

 

Die Zweite Skulptur / The second sculpture

P1030182

Es ist, als würden hier in ANIMA- Le Retour du Paradis – zwei Skulpturen gleichzeitig entstehen, eine Materielle und eine Geistige. Woo, da ist wieder dieses alchemistische Thema Materie und Geist, was ist unsere wahre Natur?!

Die Vision kam aus dem Geistigen, sie war plötzlich da, wenn ich sie mir ausgedacht hätte, dann wäre sie aus Materie. Sie war klar und einfach, so soll das aussehen, so fühlt sich das stimmig an für den Garten.

Das Material folgt dem Geistigen. Aufgrund der Spezialkonstruktion, die so noch nicht gemacht wurde – jedenfalls meines Wissens nicht – und wegen der Ungewissheiten das Projekt in einem mir unbekannten Kontinent zu verwirklichen, beginnt ein Tanz voller Überraschungen …

Wer würde z. B. ahnen, dass Keramik bricht, wenn man ein wenig Beton reingießt? Tage nachher?! Oder, dass Montageschaum innen nicht aushärtet, wenn er nicht wo abfließen kann?

Hier hilft mir zum einen, dass ich aus einer Maurerfamilie komme, Materialverständnis also irgendwie in den Genen habe, zum Anderen, dass ich ein großer Pfuscher vor dem Herrn bin. Ich musste immer alles ohne viel Budget hinkriegen …

Die Auseinandersetzung mit Materie braucht meinen Verstand, das ist das geeignete Werkzeug dafür, weil er ja auch selbst Teil der Materie ist. Die Materialien müssen so verwendet werden, dass die Vision einfach (Zeitrahmen, Ästhetik) und dauerhaft (Witterung, Langlebigkeit) zur Welt kommt. Sie soll als neue Form in die bestehenden Formen und Verhältnisse des Paradiesgartens angenommen werden. Ich kann sie nicht direkt vor Ort bauen, also muss sie transportiert werden, deshalb darf sie nicht zu schwer sein, muss jedoch ausreichend stabil sein. Sie braucht ein Metallskelett, einen festen Kern und ein belastbares Fundament. Damit die nötige „Lebendigkeit“ möglich ist, darf sie nur in den Ausläufern fragil sein …

Die zweite Skulptur passiert in der geistigen Welt, hier hilft mir der Verstand nicht mehr, hier führt die Stille Regie. Rumi sagt: Stille ist die Sprache Gottes, alles andere ist eine schlechte Übersetzung.

Die geistige Skulptur entsteht in der Stille, hier wird auch gewerkt, aber anders: Dinge, Meinungen, Gedanken, werden weggenommen, immer mehr, bis der letzte Faden zur Welt der Formen durchtrennt wird. Das der Materie Innenwohnende und darüber Hinausgehende, der grenzenlose, vibrierende Raum zeigt sich ganz …

Die Sprache der geistigen Welt ist die Inspiration. In spirit sagt schon der Name, ihr kann ich blind folgen, kann ganz reingehen, da braucht es nichts, auf das ich noch warten müsste, nichts, das nicht schon hier wäre. Ihr lebendiges Brausen liefert auch gleichzeitig die Energie und Freude zur Tat …

So treiben Materie und Geist ihr verwobenes Spiel …

P1030185

It is as if two sculptures were created simultaneously in ANIMA- Le Retour du Paradis – a material and a spiritual one. Woo, there’s this alchemical subject again: matter and mind, what’s our true nature ?!

The vision came from the spiritual, she was suddenly there, if I would have made it up, it would have been matter. 
The vision of the sculpture was clear and simple, that’s the way it should look like, so it feels right for the garden.

The material follows the spiritual. Due to the special construction that has not yet been made before – at least not to my knowledge – and because of the uncertainties of realizing the project in a continent unknown to me, a dance full of surprises begins …

Who would for example, suspect that ceramic will break if you pour in a little bit of concrete? Days after ?! Or that mounting foam does not harden inside, if it can not drain somewhere?
 
On one hand i am supported because I come from a bricklayer family, material understanding so somehow is in my genes, on the other hand, it helps me that I’m a big bumbler before the Lord. I always had to manage everything without a lot of budget …

Dealing with matter my mind is a suitable tool, because it is itself part of the matter. The materials must be used in such a way that the vision is born simply (time frame, aesthetics) and permanently (weather, longevity). It should be accepted as a new form in the existing forms and relationships of the Garden of Paradise. I can not build it on site, so it has to be transported, that is why it should not be too heavy, at the same time it must be sufficiently stable. It needs a metal skeleton, a solid core and a strong foundation. For its necessary “liveliness” it must be fragile only in the right places …
 
The second sculpture happens in the spiritual world, here the mind no longer helps me, here the silence leads. Rumi says: silence is the language of God, everything else is a bad translation …

The spiritual sculpture arises in silence, here is also work is done, but different: things, opinions, thoughts, are taken away, more and more, until the last thread to the world of forms is severed. The spiritual that dwells inside the material and beyond, the limitless, vibrating space is appearing fully …

The language of the spiritual world is the inspiration. In spirit the name already says it, you can blindly follow it, you can go into it completely, it does not need anything to wait for, nothing that would not already be here . Its lively shower also provides the energy and joy to action in abundance …

And matter and spirit play their interwoven game …

 

 

Ewige Experimente / Eternal experiments

P1030174

Da sind diese ewigen ästhetischen Experimente: es ist, als käme es nicht nur darauf an, die Sehnsucht zu kennen, es geht auch darum, ihr Ausdruck zu geben, sie vor sich zu sehen in der Welt. Und dann malt man halt, oder tanzt oder singt …

Hier im Paradies, bei der Entstehung der Skulptur und in den Bildern, geht es um Gefäße. Gefäße, da kann man alles mögliche Sinnhafte hineininterpretieren: Form, Inhalt, Öffnung, das Wesentliche halt … Im Tun jedoch geht es um Wahrhaftigkeit, denn sonst zeigt ES sich nicht. Entweder ist es im Werk zu verdeckt, zu gekünstelt, zu angestrengt, zu konfus, zu banal, zu gewollt, das geht alles nicht! Und dann glitzert es plötzlich im Gebüsch und da zeigt es sich …

P1030235 (2)

Wie haben wir das gemacht? Es zeigt sich nicht, wenn wir es versuchen, es zeigt sich nicht, wenn wir es nicht versuchen. Es zeigt sich nicht, wenn wir bitten und betteln, es zeigt sich nicht, wenn wir uns in alle möglichen Zustände bringen, es zeigt sich nicht , wenn wir besonders clever sind. Es zeigt sich erst, wenn wir wahrhaftig sind, so wie wir gerade sind.

Es ist, wie ein Zauberspiegel der sich nicht austricksen lässt, zeig mir dein wirkliches Gesicht, sagt er …

P1030177 (2)

There are these eternal aesthetic experiments: it is as if it were not just about knowing the desire, it is also about expressing it, of seeing it in front of yourself in the world. And then you just paint, or dance or sing …

Here in paradise, in the creation of the sculpture and in the pictures, it’s about vessels. Vessels, there you can interpret all sorts of meaningful things: form, content, opening, the essentials … But in doing them, it is about truthfulness, because otherwise IT does not show itself. The Artwork is either too obscure, too contrived, too strained, too confused, too banal, too wanted, all that just does not work! And then it suddenly glitters in the bushes and then it shows itself …

P1030234 (2)

How did we do that? It does not show up when we try, it does not show up if we do not try. It does not show itself when we ask and beg, it does not show itself when we bring ourselves into all possible states, it does not show itself if we try it in a clever way. It only becomes apparent when we are truthful with ourselves as we are right now.

It’s like a magic mirror that can not be tricked, show me your real face, he says …

 

All you need …

P1030172 (2)

Es gibt wenig Ablenkungen im Paradies … und viel Schönheit. Das allein macht schon mal sehr viel. Warum lenken wir uns dauernd ab, warum wischt unser Daumen ständig über das Smartphone?

Da ist das, was natürlich geschieht, der Strom des Lebens, der ständig Situationen und Begegnungen hervorbringt. Und das, wie unser Verstand diesen natürlichen Lauf des Seins interpretiert, er kreiert alle möglichen Dramen, Gebilde und Geilheiten drum herum … Was natürlich sehr unterhaltend ist, abwechslungsreich und auch lustig, Kino in irgendeiner Form – positiv oder negativ – mit sich selbst als HauptdarstellerIn …

Im Prinzip ist nichts verkehrt daran und doch, oftmals lässt uns dieses Kino leer zurück, es muss ständig irgendeine Zufriedenheit aufrechterhalten werden, das ist anstrengend, weil nichts dauerhaft ist, wie ständig Drogen zu konsumieren, von einem High zum anderen …

Und dann gibt es diesen Ruf in uns, den Ruf zu etwas Wahrhaftigen, Erich Fromm nennt es die dauerhafte Freude, die Glut, die dem Sein innewohnt. Mystiker sämtlicher Traditionen und Zeitalter wiesen darauf hin, sie ist unser natürlicher Zustand. Wir kennen sie alle, zumindest als Ahnung …

Menschen sind schon erstaunliche Kreaturen: sie haben die Wahl. Man hat die Entscheidungsfreiheit, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet. Man kann auf ewig in den Gebilden des Verstandes wandern und man hat die Freiheit, was auch immer darin zu kreieren, oder man hört damit auf und fällt in den natürlichen Lauf der Dinge, das, was ist.

Entscheidet man sich für das jeweils Eine – bewusst oder unbewusst – verschwindet das jeweils Andere gänzlich …

Alles, was es braucht, ist aufrichtige Bereitschaft, sonst nichts, kein Können, keine Bildung, keine Strategien …

Und ja, die Liebe hilft, da hat meine Frau schon recht, was sie ja meistens hat …

There are few distractions in paradise … and a lot of beauty. That alone provokes a lot. Why are we constantly distracting ourselves? Why is our thumb wiping constantly over the smartphone?

There is what happens naturally, the stream of life that constantly produces situations and encounters. And than there is our mind interpreting this natural course of being, it creates all sorts of drama, images and pruriences around it … which is of course very entertaining, diversified and also funny, cinema in some form – positive or negative – with oneself as the main actor …

There is nothing wrong with that and yet, often this cinema leaves us empty, there has to be maintained some satisfaction all the time, that is exhausting because nothing is permanent, like constantly consuming drugs, from one high to the other …

And then there is this call in us, the call to something truthful, Erich Fromm calls it the lasting joy, the glow inherent in being. Mystics of all traditions and ages pointed out that this is our natural state. We all know it, at least as a intuitivness …

Humans are amazing creatures: they have choice. One has the freedom of choice to where one directs his/her attention. You can walk forever in the images of the mind, and you have the freedom to create whatever in it, or you stop and fall into the natural course of things, that which is.
If one decides for each one – consciously or unconsciously – the other one completely disappears …

All it takes is sincere willingness, nothing else, no ability, no education, no strategies …
And yes, love helps, my wife is right about that, which she usually is ….

 

Lost in Paradise

P1030146

Selbst im Garten Eden gilt: Wenn du nicht bei dir bist, nur in deinen unbewusst ablaufenden Reaktionsmustern herumläufst, bemerkst du das Paradies nicht.

Die fast zwanghafte Neigung zum Unbewussten mit all ihren Dienern – den Wünschen und Ängsten und Geilheiten – verführt ins Abwesendsein. Ich könnte die ganzen vier Wochen hier in ANIMA – Le Retour du Paradis – sein und noch so viele Fotos auf Facebook und Instagram posten, ich wäre nicht wirklich hier. Erst wenn ich in mein gegenwärtiges Erleben schlüpfe – ohne dieses zu werten – egal welches Erleben gerade geschieht, wenn ich mein Gesicht spüre, wenn mein Anwesendsein wie eine unschuldige Taschenlampe ins Gegenwärtige leuchtet, öffnet sich der Raum, das Paradies entfaltet sich …

Beim kreativen Schaffen brauchst du dir keine Gedanken machen, in welchem Zustand du bist. Jeder Zustand ist o.k., Kreativität geschieht von Selbst, du brauchst sie nur zu erlauben …

Es hilft dem Werk also nicht, in welchem Zustand du bist, denn es will sowieso durch dich zur Welt kommen. Aber es hilft dir Selbst, wenn du wach bleibst, wenn du genau hinschaust, denn wenn du es nicht tust, schleichen sich deine unbewussten Reaktionsmuster ins Spiel ein und Leiden in irgendeiner Form ist vorprogrammiert …

Die Dinge zu erlauben, wie sie sind, scheint passiv zu sein und doch braucht es dich ganz. Es fordert dich auf, das scheinbar Unmögliche zu wagen und frei zu sein …

P1030170

Even in the Garden of Eden counts: if you are not with yourself, if you are walking around in your unconscious reaction patterns, you do not notice Paradise …

The almost obsessive inclination to the unconscious with all its servants – the desires and fears and pruriences – seduces into absentmindedness. I could be here for four whole weeks in ANIMA – Le Retour du Paradis – posting so many photos on Facebook and Instagram, but I still would not really be here. Only when I slip into my present experience – without judging it – no matter what experience is happening, when I feel my face, when my presence shines like an innocent flashlight into the current moment, the space opens, the paradise unfolds …

In creative work, you do not need to worry about what condition you are in. Every state is o.k., creativity happens by itself, you only need to allow it …

So it does not help the work in which condition you are, because it wants to be born through you anyway. But it helps you if you stay awake, to really look, because if you do not, your unconscious reaction patterns sneak into the game and suffering in some form is inevitable …

Allowing things to be as they are seems to be passive and yet it needs you completely. It challenges you to dare the seemingly impossible and be free …

 

Der Königshof der Künste / The royal court of the arts

20171126_113514

Es war einmal ein Königshof der Künste am Fuße des Hohen Atlas…

Die Könige dieser Welt faszinieren nicht wirklich, ewig dieses langweilige Game of Thrones, von Ausbeutung, Trennung, Macht und Geld. An ANIMA – Le Retour du Paradis gefällt mir besonders, dass dieser Ort von innerer Größe gehalten ist …

Hier ist ein Königshof von offenem Herzen und offenem Geist entstanden. Alaa Eddine sagt, hier kann man Mensch sein und nicht nur das, hier können auch die Steine, Pflanzen und Tiere in Würde sein …

In ANIMA bringen sich ArbeiterInnen und Angestellte ganz von selbst mit ihrem Fähigkeiten und Potenzial ein, weil man ihnen auf Augenhöhe begegnet und weil hier etwas entstanden ist, das sie im Innersten berührt …

Und natürlich auch die Kunst, in all ihren Gesichtern, hier wird ihr Raum gegeben. Hier ist sie kein Verschämtes etwas, dass man halt auch braucht, wie in der modernen Leistungsgesellschaft. Hier kann sie wirken, berühren, heilen und die Menschen in ihre Schönheit und Größe rufen …

Für ANIMA wurden ein paar Ingredienzien zusammengefügt: eine außerordentliche Vision, ein anständiger Batzen Mut, ein Quäntchen Magie, Gemeinschaftssinn, viel Arbeit, eine Stange Geld, ganz viel Herz, und schon entsteht ein Königshof …

P1030159

Once upon a time there was a royal court of arts at the foot of the High Atlas …

The kings of this world are not really fascinating, the old boring game of thrones with its exploitation, separation, power and money is rather boring. ANIMA – Le Retour du Paradis, is a courtyard which is held by inner magnitude …

Here a kingdom of open heart and open mind has arisen. Alaa Eddine says that here you can be human and not only that, here also the stones, plants and animals can be in dignity …
Workers and employees yield themselves with their abilities and potential into the project, because they are met at eye level and because something has come into being here that touches them in their hearts …

And of course the art, in all its faces, here is given space to her. Here art is not a bashful something, that one just needs, as in modern meritocracy. Here she can appear, touch, heal and call people into their beauty and grandeur …

For ANIMA, a few ingredients have been put together: an extraordinary vision, a decent chunk of courage, a ton of magic, collective spirit, much work, a stake of money, a lot of heart, and already a royal court is created …